Ratgeber Schimmel

Schwarze Flecken in der Zimmerecke, ein muffiger Geruch hinter dem Kleiderschrank: Schimmel an Innenwänden gehört zu den häufigsten Problemen in Altbauten und schlecht gedämmten Wohnungen. Wer nur die Flecken abwischt oder überstreicht, sieht sie meist nach dem nächsten Winter wieder.
Dauerhaft hilft nur, die Ursache anzugehen. Genau hier kommen Kalziumsilikatplatten ins Spiel.
In diesem Ratgeber erfahren Sie,
- ✓warum Schimmel an kalten Wänden entsteht
- ✓wie Kalziumsilikatplatten Feuchtigkeit regulieren
- ✓für welche Fälle sie sich eignen und für welche nicht
- ✓wie der Einbau in fünf Schritten gelingt
Warum Schimmel an Innenwänden entsteht
Schimmelpilze brauchen vor allem Feuchtigkeit. Schon ab einer Luftfeuchte von etwa 70 bis 80 Prozent direkt an der Wandoberfläche können sie wachsen. Diese Feuchte entsteht meist nicht mitten im Raum, sondern an kalten Stellen der Wand.
Kalte Außenwände
Warme Raumluft kühlt an der Wand ab, die Feuchtigkeit kondensiert. Besonders betroffen sind Außenecken, Fensterlaibungen und Wände hinter Möbeln.
Wärmebrücken
Betondecken, Rollladenkästen oder Heizkörpernischen leiten Wärme schneller nach außen und bleiben innen kühler.
Hohe Luftfeuchtigkeit
Durch Kochen, Duschen, Atmen und Wäschetrocknen gibt ein Haushalt jeden Tag mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.
Bauliche Feuchte
Aufsteigende Nässe, undichte Dächer, Rohrschäden oder ein Wasserschaden.
Wichtig: Bei baulichen Schäden wie aufsteigender Feuchtigkeit oder Leckagen muss zuerst die Ursache behoben werden. Keine Innenwandplatte kann einen Wasserschaden ausgleichen.
So wirken Kalziumsilikatplatten gegen Schimmel
Kalziumsilikatplatten sind mineralische Bauplatten aus Kalk, Quarzsand und Zellulosefasern. Sie sind hochporös und wirken gleich auf drei Wegen gegen Schimmel.

Sie regulieren die Feuchtigkeit
Die Platten sind kapillaraktiv: Feuchtigkeit wird über feine Poren ins Innere verteilt, statt auf der Oberfläche stehen zu bleiben. Beim Lüften geben sie sie wieder ab.
Sie sind von Natur aus alkalisch
Mit einem pH-Wert von rund 10 entsteht ein Milieu, in dem Schimmelpilze kaum wachsen können, ganz ohne Biozide oder chemische Zusätze.
Sie halten die Oberfläche wärmer
Kalziumsilikat dämmt. Die Wand bleibt innen wärmer, es bildet sich deutlich weniger Kondenswasser, und die Heizkosten sinken.
Dazu kommt: Die Platten sind nicht brennbar, formstabil und frei von Schadstoffen. Als Innendämmung verbessern sie zusätzlich das Wohnklima.
Im Vergleich: Kalziumsilikat und andere Lösungen
| Lösung | Wirkung | Bekämpft die Ursache? | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Anti-Schimmel-Farbe | Biozide hemmen das Wachstum an der Oberfläche | Nein | Wenige Monate bis Jahre |
| Innendämmung mit Dampfbremse | Dämmt, sperrt Feuchtigkeit aus | Teilweise, Risiko bei Fehlern in der Dampfbremse | Lang, wenn fehlerfrei verarbeitet |
| Kalziumsilikatplatten | Dämmt, puffert Feuchtigkeit, alkalisch | Ja, bei Kondenswasser-Schimmel | Jahrzehnte |
Wann sich Kalziumsilikatplatten lohnen und wann nicht
Kalziumsilikatplatten sind ideal, wenn Schimmel durch Kondenswasser an kalten Wänden entsteht. Bei Feuchtigkeit von außen oder von unten lösen sie das Problem allein nicht.
Gut geeignet bei
- ✓Schimmel an kalten Außenwänden, Außenecken und Fensterlaibungen
- ✓Altbauten und denkmalgeschützte Gebäude ohne Möglichkeit zur Außendämmung
- ✓Wände hinter Schränken und Betten, wo kaum Luft zirkuliert
- ✓Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bäder mit Fenster
Nicht die alleinige Lösung bei
- !Aufsteigende Feuchtigkeit oder drückendes Wasser im Keller
- !Rohrbrüche, undichte Dächer oder Fassadenschäden
- !Dauerhaft nasse Räume ohne jede Lüftungsmöglichkeit
In diesen Fällen wird zuerst die Feuchtequelle beseitigt. Danach können Kalziumsilikatplatten die Wand dauerhaft schützen. Unsicher, welcher Fall bei Ihnen vorliegt? Über unsere Angebotsanfrage beraten wir Sie gern.
Kalziumsilikatplatten einbauen in 5 Schritten
Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie Kalziumsilikatplatten selbst verarbeiten. Entscheidend sind ein sauberer Untergrund und eine vollflächige Verklebung.
Ursache klären und Schimmel entfernen
Kleine Stellen können Sie mit Schutzmaske (FFP2 oder FFP3) und Handschuhen selbst entfernen. Größere Flächen, als Faustregel ab etwa einem halben Quadratmeter, sollte ein Fachbetrieb sanieren.
Untergrund vorbereiten
Tapeten, Dispersionsfarbe und lose Putzreste vollständig entfernen. Der Untergrund muss tragfähig, trocken und möglichst eben sein.
Platten zuschneiden
Kalziumsilikat lässt sich mit einer einfachen Handsäge oder einem Fuchsschwanz schneiden. Aussparungen für Steckdosen und Schalter vorher anzeichnen.
Vollflächig verkleben
Den Systemkleber mit einer Zahnkelle auf die gesamte Fläche auftragen und die Platten fest andrücken. Keine Hohlräume lassen, dort könnte sich Kondenswasser sammeln.
Oberfläche diffusionsoffen gestalten
Mit Silikat- oder Kalkfarbe streichen oder Kalkputz auftragen. Dispersionsfarbe, Vinyltapeten oder Fliesen würden die Poren verschließen.
Eine ausführliche Anleitung mit Bildern finden Sie auf unserer Seite zum Einbau.
Häufige Fragen zu Kalziumsilikatplatten und Schimmel
Kann ich Kalziumsilikatplatten selbst einbauen?
Ja. Wer schon einmal tapeziert oder gefliest hat, kommt mit der Verarbeitung gut zurecht. Wichtig sind ein tragfähiger Untergrund und eine vollflächige Verklebung ohne Hohlräume.
Brauche ich eine Dampfbremse?
Nein. Kalziumsilikatplatten sind kapillaraktiv und funktionieren gerade deshalb ohne Dampfbremse. Eine zusätzliche Folie würde die feuchteregulierende Wirkung sogar verhindern.
Wie dick sollten die Platten sein?
Für die reine Schimmelsanierung reichen meist dünnere Platten. Soll die Wand zusätzlich gedämmt werden, sind stärkere Platten sinnvoll. Welche Stärke für Ihre Wand passt, besprechen wir gern mit Ihnen.
Kann ich die Platten streichen oder tapezieren?
Streichen ja, mit diffusionsoffener Silikat- oder Kalkfarbe. Dispersionsfarbe und Vinyltapeten sind ungeeignet, weil sie die Poren der Platte verschließen.
Was kosten Kalziumsilikatplatten?
Der Preis hängt von Plattenstärke, Fläche und Zubehör ab. Eine aktuelle Übersicht finden Sie in unserem Online-Shop.
Kommt der Schimmel danach wieder?
Wenn die Ursache behoben ist, die Platten fachgerecht verarbeitet sind und regelmäßig gelüftet wird, ist das Risiko sehr gering. Die Platten halten die Wandoberfläche dauerhaft trocken und alkalisch.
Fazit: Schimmel dauerhaft vorbeugen statt immer wieder überstreichen
Kalziumsilikatplatten bekämpfen Schimmel dort, wo er entsteht: an kalten, feuchten Wandoberflächen. Sie puffern Feuchtigkeit, sind von Natur aus alkalisch und halten die Wand wärmer, ganz ohne Chemie und ohne Dampfbremse. Voraussetzung ist, dass bauliche Feuchtequellen vorher beseitigt sind.
Schützen Sie Ihre Wände dauerhaft vor Schimmel
Wir beraten Sie zur passenden Plattenstärke und erstellen Ihnen ein unverbindliches Angebot.
Mehr zum Thema: Kalziumsilikatplatten | Innendämmung | Einbau
Ratgeber Einbau

„Kann ich das wirklich selbst?“ Diese Frage hören wir in unserer Beratung immer wieder. Unsere ehrliche Antwort: Ja. Wer schon einmal tapeziert oder gefliest hat, kann Klimaplatten selbst verarbeiten.
Klimaplatten aus Kalziumsilikat lassen sich mit einfachem Werkzeug zuschneiden und verkleben. Ein paar Handgriffe entscheiden aber darüber, ob die Wand am Ende jahrzehntelang trocken bleibt. Genau diese Handgriffe zeigen wir Ihnen hier, zusammen mit den Tipps, die wir aus vielen Kundengesprächen kennen.
Schwierigkeit
Mittel, ähnlich wie Fliesen legen
Zeitbedarf
Rund ein Tag für eine Wand mit etwa 10 m², plus Trocknungszeit
Werkzeug
Kein Spezialwerkzeug nötig
Bevor es losgeht: Das brauchen Sie
Legen Sie sich alles bereit, bevor Sie den Kleber anrühren. Dann müssen Sie mittendrin nicht suchen, während der Kleber schon anzieht.
Werkzeug
- ✓Zahnkelle
- ✓Fuchsschwanz oder grobe Handsäge
- ✓Wasserwaage und Richtlatte
- ✓Bohrmaschine mit Rührquirl und Mörteleimer
- ✓Zollstock und Bleistift
- ✓Quast oder breiter Pinsel
- ✓Atemschutzmaske (FFP2) für den Zuschnitt
Material
- ✓Klimaplatten in der passenden Stärke
- ✓Systemkleber für Kalziumsilikat
- ✓Grundierung, falls Ihr System sie vorsieht
- ✓Laibungsplatten für Fenster und Türen
- ✓Silikat- oder Kalkfarbe bzw. Kalkputz
Platten, Kleber und Zubehör finden Sie aufeinander abgestimmt in unserem Online-Shop.
Unser Tipp aus der Praxis
Bestellen Sie etwa zehn Prozent mehr Platten, als die reine Wandfläche ergibt. Für Laibungen, Ecken und Steckdosen geht mehr Verschnitt drauf, als die meisten denken. Und nichts ist ärgerlicher, als am Samstagnachmittag mit der letzten Reihe festzustecken.
Schritt für Schritt: So verarbeiten Sie Klimaplatten
Raum vorbereiten
Möbel abrücken, Boden abdecken und den Strom an der Wand abschalten. Raum und Wand müssen trocken sein, die Raumtemperatur sollte bei mindestens 5 °C liegen. Steckdosen und Schalter lassen Sie am besten vorher von einem Elektriker verlängern.
Untergrund freilegen
Tapeten, Dispersionsfarbe, Fliesen und lose Putzreste vollständig entfernen. Vorhandenen Schimmel fachgerecht beseitigen. Größere Unebenheiten gleichen Sie vorher mit Putz aus, damit die Platten später satt aufliegen.
Erste Reihe planen und zuschneiden
Messen Sie die Wand aus und planen Sie so, dass am Rand keine ganz schmalen Streifen übrig bleiben. Schneiden Sie die Platten mit dem Fuchsschwanz zu, am besten draußen und mit Maske.
Kleber anrühren und auftragen
Rühren Sie den Kleber nach Herstellerangabe klumpenfrei an. Je nach System wird die Plattenrückseite vorher grundiert oder angefeuchtet, damit die saugfähige Platte dem Kleber nicht zu schnell das Wasser entzieht. Dann den Kleber mit der Zahnkelle vollflächig aufziehen.
Platten setzen
Beginnen Sie unten und setzen Sie die Platten im Verband, also mit versetzten Fugen wie bei einer Ziegelmauer. Fest andrücken, eng aneinanderstoßen und mit Wasserwaage und Richtlatte ausrichten. Laibungen und Ecken nicht vergessen.
Trocknen lassen und Oberfläche gestalten
Lassen Sie den Kleber so lange trocknen, wie der Hersteller angibt. Danach streichen Sie mit Silikat- oder Kalkfarbe oder tragen einen Kalkputz auf. So bleibt die Wand diffusionsoffen und kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben.

Persönlicher Rat
Nehmen Sie sich für die erste Reihe Zeit. Wenn sie gerade und sauber sitzt, geht der Rest fast von allein. Erfahrungsgemäß ist die erste Stunde die schwierigste.
Alle Details mit Fotos aus der Praxis finden Sie in unserer ausführlichen Einbauanleitung.
Die fünf häufigsten Fehler, die wir in der Praxis sehen
Wenn bei der Verarbeitung etwas schiefgeht, steckt meist einer dieser Punkte dahinter. Die gute Nachricht: Alle lassen sich leicht vermeiden.
- ✕Kleber nur in Batzen. Hinter der Platte entstehen Hohlräume, in denen sich Feuchtigkeit sammeln kann. Immer vollflächig kleben.
- ✕Dispersionsfarbe oder Vinyltapete obendrauf. Sie verschließen die Poren, und die Platte kann keine Feuchtigkeit mehr regulieren.
- ✕Zusätzliche Dampfbremse. Klimaplatten funktionieren gerade ohne Folie. Eine Dampfbremse hebt ihre Wirkung auf.
- ✕Laibungen und Ecken ausgelassen. Dort bleibt die Wand kalt, und der Schimmel wandert einfach an die nächste kalte Stelle.
- ✕Ursache nicht behoben. Bei aufsteigender Feuchtigkeit oder einem Wasserschaden hilft keine Platte. Erst die Ursache, dann die Platten.
Fragen, die uns oft gestellt werden
Wie lange dauert der Einbau?
Für eine Wand mit etwa 10 m² sollten Sie als Heimwerker rund einen Tag einplanen, dazu die Trocknungszeit des Klebers. Laibungen und viele Steckdosen kosten zusätzlich Zeit.
Muss ich die Platten vorher grundieren?
Das hängt vom System ab. Manche Hersteller sehen eine Grundierung oder ein Anfeuchten der Plattenrückseite vor. Halten Sie sich an die Verarbeitungsrichtlinie Ihres Systems, im Zweifel fragen Sie uns.
Kann ich auf Fliesen oder alte Farbe kleben?
Nein. Fliesen, Dispersionsfarbe und andere dichte Schichten müssen runter, sonst kann die Platte keine Feuchtigkeit mit der Wand austauschen und der Kleber hält schlechter.
Kann ich später Regale oder Schränke aufhängen?
Ja. Für leichte Lasten genügen geeignete Dübel. Schwere Lasten wie Hängeschränke sollten durch die Platte hindurch im Mauerwerk verankert werden. Wir beraten Sie gern zur passenden Befestigung.
Wann kann ich streichen?
Sobald der Kleber vollständig getrocknet ist, laut Angabe des Herstellers. Verwenden Sie Silikat- oder Kalkfarbe, keine Dispersionsfarbe.
Brauche ich einen Handwerker?
Für die meisten Wände nicht. Bei großen Schimmelflächen, Feuchteschäden im Mauerwerk oder wenn Sie unsicher sind, lohnt sich ein Fachbetrieb.
Fazit: Mit etwas Sorgfalt schaffen Sie das selbst
Klimaplatten zu verarbeiten ist kein Hexenwerk. Wer den Untergrund sauber vorbereitet, vollflächig klebt, die Platten im Verband setzt und diffusionsoffen streicht, hat eine Wand, die jahrzehntelang trocken bleibt. Und falls unterwegs doch eine Frage auftaucht: Wir sind für Sie da.
Sie planen Ihr Projekt? Wir helfen gern.
Wir berechnen mit Ihnen die benötigte Menge, empfehlen die passende Plattenstärke und beantworten Ihre Fragen zur Verarbeitung.
Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!
Ihr Team von wohnklimaplatte.de
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